Echos aus den Missionen

Aktion E - Heimatmissionare berichten

Neues von der Arbeit unserer Missionarinnen und Missionare in der Fremde
Echos aus den Missionen - Heimatmissionare berichten und Neues aus der  ostbelgischen Regionalkirche

                                                                                      

Quito, den 22. Oktober 2015                                                                    

Gruß aus Ecuador           

Liebe Missionsfreunde,

ich habe mich lange nicht gemeldet. Ich lese regelmäßig die Nachrichten aus Europa im Internet und sehe die Probleme, die durch die Massenflucht aus Syrien und aus dem Irak dort entstehen.  Ich sehe, wie dieses Problem Sorgen bereitet, besonders da offensichtlich Menschen dort leben, die nicht offen sind für die Menschen in Not, im Gegenteil die ihnen feindlich gegenüber stehen bis hin zu feindseligen Demonstrationen und schlimmer noch Aktionen. RESPEKT UND INTEGRATION sind nicht so leicht zu vermitteln. Die Situation ist nicht einfach und sicher wird sich in den kommenden Jahren vieles in Europa ändern.

Im September war ich für ein paar Tage bei meinem Bruder. Ich war zu einem Treffen einer Missionswissenschaftlichen Zeitschrift nach Paris eingeladen. Jetzt bin ich wieder voll an der Arbeit, offiziell pensioniert, aber so lange ich noch gesund und munter bin will ich weitermachen und die Lust am Leben nicht verlieren!

In Anudando betreuen wie weiter Frauen; viele sind alleinerziehende Mütter, leben häufig unter großem psychischen Druck. Deshalb genügen nicht nur tröstende Worte, sondern es muss ihnen auch schon mal finanziell unter die Arme gegriffen werden. Es bereitet schon Freude, wenn man merkt, dass verschiedene Frauen ihre Kinder schon mit mehr Selbstvertrauen erziehen; auch wie eine junge Frau sich entschlossen hat, sich umzuschulen in alternative Therapien, um später anderen Frauen beistehen zu können.

Der Papstbesuch hat hier viele Menschen begeistert, aber die offiziellen Kreise unserer Kirche haben bis dato die Gelegenheit nicht genutzt, die Gläubigen mehr zu integrieren in eine der heutigen Zeit angepasste Form der Evangelisation. Schade!  Unsere Bischöfe denken scheinbar ausschließlich an ihre Posten und wenig an die Verkündigung und Leben nach dem Evangelium. Franziskus wird nicht müde ständig darauf aufmerksam zu machen. Viel Tradition und Sitten, aber wenig Engagement für eine bessere Welt und ein friedlicheres Zusammenleben.

In Anudando haben wir bereits verschiedene Dokumente von Papst Franziskus gemeinsam gelesen und studiert. Alle waren sehr interessiert und begeistert. In diesen Dokumenten steht etwas ganz Anderes, als es die hiesige Kirche den Menschen predigt und vorlebt.

Im kommenden November halten wir unseren jährlichen Kurs für Frauen, die außerhalb von Quito wohnen, ab: eine Woche Besinnung und Studium. Da die Mehrzahl der Frauen kein großes Einkommen ha, müssen wir sie finanziell unterstützen, ansonsten würden kaum Teilnehmerinnen da sein, obwohl das Interesse stets sehr groß ist.

Liebe Missionsfreunde, ich nehme mir vor, mich künftig häufiger zu melden.

Alles Gute und viele Grüße in die Heimat                        
Pater Helmut Renard

                                                                                    

Quito, im Dezember 2015      

Liebe Freunde,

es wird wieder Zeit Neues aus Ecuador zu berichten. 2015 lebe und arbeite ich nunmehr seit 45 Jahren in Ecuador, die ersten 20 Jahre im subtropischen Bergland, in einem nicht so angenehmen Klima, aber mit sehr gastfreundlichen Menschen, die voller Bereitschaft mit uns zusammen kleine Basisgemeinden bildeten. Die letzten 25 Jahre war ich meistens in der Hauptstadt Quito, in Bibelgruppen tätig, die geprägt waren durch die „lateinamerikanische Lesebrille.“ Damals waren die Teilnehmer fast alle mit dem Vorhaben soziale Änderungen herbei zu führen in der Bevölkerung engagiert. Heute kommen die Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen individuellen Einstellungen. Das hat natürlich auch mit der gesamten aktuellen Entwicklung der Gesellschaft zu tun. In Andando versuchen wir immer Bibel und Theologie mit den existenziellen Realitäten zu verknüpfen. Die Frauen sind gezeichnet durch ihre Lebenserfahrung und eine sehr   traditionelle und konservative Glaubensauffassung. Diese ist natürlich ganz im Sinne einer Machokultur und wird leider durch fast alle Religionen unterstützt. Das Evangelium mit offenem und freiem Herzen bringt vielen Frauen eine neue Sicht der Dinge und macht ihnen Mut für ihre Rechte zu kämpfen.

 Anudandu besteht nun bereits seit 15 Jahren. Wir haben zahlreiche Frauen auf ihrem Weg in diesem Prozess begleiten können und werden es auch weiterhin machen, denn unsere Aufgabe ist noch nicht vollendet und dies mindestens solange wie wir auf eure Unterstützung zählen dürfen. Einige Frauen haben in der letzten Zeit Familienmitglieder durch den Tod verloren und konnten mit niemandem darüber sprechen. So kamen wir zu der Erkenntnis, dass es einmal wichtig wäre Erfahrungen über Tod und Trauer miteinander zu teilen. Während 2 Monaten lasen wir, einmal wöchentlich, gemeinsam verschiedene Abschnitte aus dem Buch „Meine Trauer wird dich finden“ von Elisabeth Kübler-Ross. Es hat allen gut getan ihren Schmerz und ihre persönlichen Emotionen äußern zu dürfen. In der hiesigen Kultur sollen die Frauen jeden Schmerz gelassen verschweigen.

In diesem Jahr hat Papst Franziskus Ecuador besucht. Es waren 3 Tage voller Begeisterung der zahlreichen Gläubigen. Sogar in der Nähe der Nuntiatur, wo der Papst übernachtete, sammelten sich jeden Abend tausende Menschen um gemeinsam zu singen und zu beten, bis der Papst am späten Abend alle grüßte und segnete und sich lachend verabschiedete: „Geht jetzt bitte nach Hause und lasst die Nachbarn sich ausruhen. Bis Morgen!“ Auffallend war, dass sogar viele Menschen, die kaum Verbindung zur Kirche haben, von der Menschlichkeit des Papstes angetan waren. So war es nicht verwunderlich, dass die verschiedenen Dokumente des Papstes mit großem Interesse zur Kenntnis genommen wurden. Dies wäre früher undenkbar gewesen. In Anudandu haben wir an mehr als 10 Nachmittagen in einer Gesprächsrunde von Frauen das „Evangelii gaudium und Laudato si“ gelesen, besprochen und mit Videos die verschiedenen Realitäten dokumentiert. Es waren sehr interessante Stunden. Und jetzt, in der Adventzeit, wollen wir noch an 4 Nachmittagen gemeinsam „Misericodiae Valtus“ (Jubiläum der Barmherzigkeit) lesen und besprechen. So wird unser Glaube noch besser mit der Realität konfrontiert. In Südamerika kommen die verschiedenen Aussagen des Papstes gut an. Als Beispiel: „Wir Christen sollen die Zärtlichkeit Gottes dem Mitmenschen zeigen oder ein Zeichen des Lächeln Gottes sein“, in einer materialistischen Welt, in der die Menschen immer egoistischer und individualistischer eingestellt sind, ist diese Aussage wohl im Sinne des Evangeliums.

Diese Sicht ist auch mein Wunsch für Weihnachten und Neujahr an euch! Vielen Dank für eure Unterstützung meiner Missionsarbeit in Ecuador und ich bin überzeugt, dass ich auch in Zukunft, euch zählen kann.

Es grüßt euch von Herzen,                                          
Pater Helmut Renard

                                                                                      

Sao Paulo, im Advent 2015

 WEIHNACHTEN

Ist die Zeit, um einen Blick in die Welt zu werfen, die  Flamme der Liebe zu entzünden und das Wunder des Lebens zu schätzen!

Liebe Freunde und Freundinnen in der Heimat,

das Weihnachtsfest naht! Ich wünsche allen ein tiefes Erleben des Weihnachtsgeheimnisses, Gottes Barmherzigkeit und Frieden. Möge Gottes Segen euch Tag für Tag durch das Jahr 2016 begleiten und friedvollere Tage für euch und uns bringen.

Nun bin ich, seit meinem Kurzurlaub in der Heimat bereits wieder über seit drei Monaten zurück in Brasilien. Unsere Projekte laufen weiter. Am 12. Dezember wurde das “Zentrum für Migranten” in Sao Paulo eröffnet. Dieses Zentrum wird gemeinsam von unseren Schwestern und der Caritas, geleitet. Unsere Ordensprovinz unterstützt das Haus finanziell und humanitär. Nun haben die Migranten einen Ort, wo sie ich treffen können, wo jemand ihnen zuhört, wo sie ihre Probleme, Freuden und Wünsche miteinander teilen können, wo sie nach Lösungen für ihr Leben suchen und auf eine bessere Zukunft hoffen dürfen. Das Zentrum bietet Sprach- und Bildungskurse an. Auch planen wir einen Hort für Migranten-Kinder.

Wegen der großen Wasserwerke, die überall im Land gebaut werden, bangen die Indianervölker ständig um ihre Existenz. Hinzu kommt die Bedrohung durch die Großgrundbesitzer und die großen Firmen die stets mehr Land in ihren Besitz nehmen. Wir unterstützen weiterhin die Arbeit und den Kampf dieser Menschen. Die Restaurierungsarbeiten unseres Missions- und Kulturzentrum sind nun soweit beendet. Jetzt erfüllt die Anlage den gesetzlichen Vorschriften. Bildungskurse und Begegnungstage finden bereits wieder statt. Wenn die Umbauarbeiten beendet sein werden, können wir unsere Aktivitäten erweitern. Eure großzügigen Spenden tragen beim Ausbau und dem Erhalt unserer Projekte bei. Ganz herzlichen Dank für jede Spende, für eure Solidarität und euer menschliches Mitgefühl. Möge Gott eure Großzügigkeit mit seinem Lohn vergelten.

Mit frohen und weihnachtlichen Grüßen,
Eure Schwester Cecilia Hansen

                                                                                 

Abidjan, am 4. Dezember 2015         

Liebe Missionsfreunde,

heute feiern wir Christus den König. Er selbst sagt zu Pilatus: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt”. Und trotzdem ist sein Reich schon in unserer Mitte gegenwärtig. “Dein Reich komme” beten wir jeden Tag.

Die Nachrichten im Fernsehen zeigen uns ein ganz anderes Bild. Krieg, Terror, Kampfflugzeuge, Bomben, Ermordungen. Und die Folge davon: Flüchtlinge - Scharen von Flüchtlingen. Wo bleibt da das Reich Gottes? In diesem Chaos erscheint die Elfenbeinküste fast wie eine Insel des Friedens. Nach dem Ende des Bürgerkrieges vor 5 Jahren, erholt sich das Land langsam. Die Bevölkerung ist von der Ebola Seuche verschont geblieben und dies obwohl zwei Nachbarstaaten, Guinea und Liberia davon heimgesucht wurden. Eine Terrororganisation, Boko Haram, wütet in Mali, auch ein angrenzendes Land, sowie in Liberia; bisher wurde unser Land verschont. Wir können Gott nur dankbar sein.

In unserem Exerzitien Haus geht alles seinen gewohnten Gang. Meistens haben wir Gruppen am Wochenende, von Freitag bis Sonntag. Oft kommen auch nur Einzelpersonen, die sich einige Tage Ruhe gönnen, fern vom Lärm der Stadt und vom Arbeitsstress. Meine Aufgabe ist es diese Menschen zu empfangen, ihnen zuzuhören, sie zu begleiten und ihnen zu helfen über ihre Lebenslage nachzudenken. Oft kommt auch das Sakrament der Versöhnung dazu. Ich reiche auch die Hand bei der Ausbildung der Ordenskandidaten im Noviziat und der jungen Mitbrüder bei den Weiterbildungen. Jetzt im Dezember haben wir ein großes Treffen von rund 40 jungen Brüdern aus den Ländern Süd-Korea, Indien, Kenia, Kongo, Frankreich und Nord Amerika. Die Tagung dauert drei Wochen. Ich werde einen Tag gestalten, das Thema handelt von Spiritualität. Am Ende dieser Veranstaltung werden 14 von ihnen ihre Ewigen Gelübde ablegen.  

Meine Freiheit nutze ich zum Studium von Texten über die Geschichte und die Spiritualität unseres Ordens (Marianisten), der im kommenden Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert. Ich bin Gott dankbar, dass er mir meine Gesundheit erhält, sodass ich meinen Dienst als Priester noch immer verrichten kann.

Am Sonntag beginnt die Adventzeit, die uns auf Weihnachten einstimmt. Das erste Wort des Engels an Maria lautet:  “Freue dich!”  das ist die wörtliche Übersetzung aus dem Griechischen. Elisabeth sagt: “Glücklich bist du, weil du geglaubt hast.” Und Maria singt: „Mein Herz frohlockt in Gott meinem Herrn.”  Den Hirten verkündet der Engel: “eine große Freude!”  Die drei Weisen folgen dem Stern und “als sie das Kind sahen, erfüllte sie eine große Freude.”  Das Evangelium spricht von Glück und Freude. Möge die Grausamkeit unserer Zeit uns nicht von der “Frohen Botschaft” des Evangeliums ablenken!

Ich danke euch im Namen unserer Studenten für eure Unterstützung und ich wünsche euch eine besinnliche und friedliche Weihnacht, sowie viel Freude und mit Gottes Segen ein recht glückliches neues Jahr,
Euer Pater Leo Pauels

                                                                                       

Abidjan, den 23. Januar 2016

Liebe Missionsfreunde,

ich habe erneut verschiedene Spenden erhalten. 1 000 Euro von H. Lentz und 2 000 von den Missionsfreunden. Besten Dank für alles!

Ich möchte mich entschuldigen, wenn ich nicht sehr häufig schreibe. Einer der Gründe ist, dass unsere Internet Verbindung sehr schlecht ist. Häufig funktioniert sie überhaupt nicht, oder es ist unmöglich die Mails zu öffnen und wenn es doch gelingt, ist es nicht möglich zu antworten.

Heute möchte ich auch einiges aus unserem Alltag schreiben. Mir geht es gesundheitlich gut, auch wenn meine Knie etwas steif geworden sind. Mit meinen Augen habe ich keine besonderen Probleme: mit dem rechten Auge sehe ich ganz gut. Im Land ist es ruhig, auch wenn die Menschen nichts von der großen positiven Entwicklung spüren. Es werden zwar Straßen und Brücken gebaut, aber ein Großteil der Jugendliche ist arbeitslos. Viele Familien haben Schwierigkeiten das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen.

Thierry, ein kleiner Junge aus der Nachbarschaft, hat im vergangenen Jahr sein erstes Jahr in der Sekundarschule gemacht und war der Beste seiner Klasse. Zu Beginn des neuen Schuljahres konnten seine Eltern die Schulbücher nicht bezahlen, sodass er die Schule hätte verlassen müssen. Ich habe ihm das nötige Geld gegeben, so kann er nunmehr das zweite Jahr absolvieren. Nun besucht er mich zweimal in der Woche, um sich bestätigen zu lassen, dass er alles richtig verstanden hat. Wir machen Übungen in Mathematik und Französisch. Zu Hause haben sie keinen Stromanschluss. Ich habe eine Lampe, die mit Sonnenenergie geladen wird, die habe ich ihm geschenkt, somit kann er auch abends lernen, denn gegen 18 Uhr ist es bereits dunkel. Als ich ihn fragte was er später einmal machen möchte, antwortete er spontan: Buchhalter oder Arzt. Er ist jetzt 13 Jahre alt und hat noch genügend Zeit darüber nachzudenken.

Ein anderer Junge, Stanislas, hat sein Abitur bestanden, wurde aber von der Regierung gezwungen in eine Abteilung einzusteigen, die ihm absolut nicht zusagte. Er möchte Agronomie studieren. Dafür müsste er aber das Schulgeld, sowie alle Zusatzkosten selbst zahlen, was ihm unmöglich war. Da sein Unterricht erst im Dezember begann, hat er zwei Monate bei uns gewohnt. Er hat mir beim Anlegen eines kleinen Gartens geholfen, unter anderem beim Pflanzen von Bananenstauden und vielem mehr. Jetzt ist er für zwei Jahre in einer landwirtschaftlichen Schule eingetragen und kann das lernen, was er wirklich will.

Ich stehe auch in Verbindung mit zwei Frauen, die in verschiedenen Stadtvierteln tätig sind, in der Begleitung der Kinder unserer Pfarren. Sie kennen die Lage der Familien sehr gut und wissen, wo man eingreifen muss, damit die Kinder weiterhin lernen können. Zu Beginn des Jahres geben sie mir eine Liste der Kinder die unsere Hilfe benötigen. Dann verteilen wir das Geld, das zur Verfügung steht. Dies ermöglicht uns vielen Kindern die erforderlichen Mittel zukommen zu lassen.

Ich wünsche allen Missionsfreunden alles Gute im neuen Jahr und schließe euch in mein Gebet ein.

Mit herzlichen Grüßen,                                                                       
Pater Leo Pauels

                                                                                 

Kibala, den 6. Dezember 2015

Liebe Freunde und Wohltäter,

nun sind wir bereits im Advent, Weihnachten steht vor der Tür und wir gehen dem neuen Jahr entgegen. Wie gewohnt, sende ich um diese Zeit ein Schreiben an euch um einen Rückblick auf unsere Arbeit zu werfen.

Im vergangenen Jahr feierten wir das 25-jährige Jubiläum der Ankunft der Franziskaner aus der südbrasilianischen Franziskanerprovinz in Angola. Die ersten Konfrater mussten die Wirren der Unabhängigkeitskämpfe und des Bürgerkrieges ertragen. Ein besonderes Anliegen war damals die Aufnahme und Ausbildung einheimischer Ordensleute. Bisher unterhalten wir drei Studienhäuser: das Aspirantat, das Postulantat und als drittes für die jungen Konfraters die Möglichkeit des Studiums der Philosophie in der Fakultät der Salesianer. Wir begleiten drei Pfarren und leisten Hilfe auf anderen Gebieten. Bisher haben wir nur zwei angolanische Priester und mehrere Brüder. Wir hoffen, dass ihre Zahl in 2 oder 3 Jahren steigen wird. 12 von 13 Postulanten, deren Ausbildung und Begleitung in unserer Verantwortung lag, werden zu Beginn des Jahres nach Brasilien aufbrechen, wo sie das Noviziat mit anderen Basilianern beginnen werden. Im kommenden Jahr wird das Postulantat von hier nach Viana, in die Nähe von Luandas verlegt. In den kommenden 2 Jahren sollen hier die Wohnräume angepasst und ein Anbau für das Noviziat errichtet werden. Dieses soll ab 2017 nach hier kommen und eventuell auch anderen Kandidaten von Portugiesischsprachigen Ländern offenstehen.

Dank der Spenden unserer Wohltäter konnten wir einen Traktor (John Deere) und 5 Maschinen anschaffen. Ein besonderer Dank geht an alle Berater. Wir hoffen nun unsere Ländereien besser und rentabler bewirtschaften zu können, den Obstanbau zu fördern und die Anlagen zu verschönern.

Da wir im Januar Provinzkapitel, eine Generalversammlung haben werden, ist es möglich, dass ich, als nun ältester Franziskanermissionar im Land, wieder nach Brasilien zurückversetzt werde. Jedenfalls möchte ich im Februar nach Brasilien fliegen und erst einmal Ferien machen.  

Während dieser Advent- und Weihnachtszeit sollten wir unsere Herzen der Ausrufung des Jubiläumsjahres der Barmherzigkeit öffnen. Vor der Krippe können wir die die Ankunft der Barmherzigkeit Gottes betrachten und um die Gnade bitten “um diese Welt zu weinen, eine Welt, die den Weg des Friedens nicht erkennt. Für diejenigen zu weinen, die für den Krieg leben und diesen zynisch verneinen” (Papst Franziskus). Suchen wir die Stille, mehr Gebet und öffnen wir solidarisch unsere Herzen für die Not der Armen.

Mehr denn je wünsche ich euch und euren Familien frohe und gnadenreiche Weihnachten und die Hoffnung auf mehr Liebe und Barmherzigkeit im neuen Jahr,  
euer dankbarer Pater Richard Backes

                                                                                      

Kinshasa, im Advent 2015  

Liebe Freunde und Wohltäter,

ich wünsche euch ein schönes und gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute, Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen im neuen Jahr!

Zunächst möchte ich einige Neuigkeiten aus Zaire berichten. Es gibt Fortschritte in dem Land, aber in letzter Zeit häufen sich die Klagen, wegen der verspäteten Zahlung der Gehälter, bedingt durch Probleme bei der Verwaltung und der Politik. Ansonsten erleben wir auch hoffnungsvolle Fortschritte. Unser Seminar ist an ein pädiatrisches Kinder-Zentrum angegliedert. So können wir die Betreuung behinderter Kinder, der Straßenkinder, die häufig der Hexerei angeklagt werden und den vielen anderen hilfsbedürftigen Zöglingen, diesem Zentrum überlassen. Es sind gegenwärtig mehr als 800. Dieses Haus wurde in den 80er Jahren von einer ledigen Universitätsprofessorin gegründet. Als sie in Rente ging, kam sie zu uns nach Afrika und widmete sich und ihre Habe an die verlassenen und vergessenen Kinder. Sie ist im vergangenen Oktober im Alter von über 90 Jahren gestorben. Ihre Beerdigung war sehr emotional. Unter den unzähligen Anwesenden waren der Bischof, Minister und ein Zeitzeuge: ein junger Mann, der früher in dieses Zentrum aufgenommen, beherbergt und heranwachsen konnte und sich bei diesem Zentrum und der Gründerin bedankte. Diese Betreuung hat es ihm ermöglicht ein Universitätsstudium abzuschließen. Dieses Zeugnis hat mich zutiefst berührt. Es geschehen noch Zeichen und Wunder im Land. Ich denke und glaube, dass diese Propheten der Nächstenliebe vielleicht den einen oder anderen von seinem Irrweg abbringen können.

Wenn ihr weitere Zeugenaussagen sucht, es gibt eine DVD, die in Zusammenarbeit mit der RTB erstellt wurde. “Der Mann, der die Frauen repariert” berichtet von dem außerordentlichen Einsatz des Arztes Mukwege aus Bukawu, der täglich um sein Leben fürchten muss und trotzdem von sich und seiner Arbeit erzählt.

Am Ende des Jahres möchte ich mich noch bei allen, die unser kleines Werk “Kinder in Not” unterstützen, ganz herzlich bedanken. Am 23. Januar werde ich meinen fünfwöchigen Heimaturlaub antreten. Bald werde ich 84 und brauche etwas Ruhe.

Nochmals herzliche Grüße aus Zaire,                                 
Pater Alex Goffinet

 

Nyangezi, den 16. Dezember 2016

Liebe Missionsfreunde,

im Dezember gehen meine Gedanken und Erinnerungen ganz besonders in die Heimat zu den zahlreichen Freunden und Wohltätern, die mir 2015 durch ihr Gebet und ihre Spenden geholfen haben bei meiner Arbeit im Weinberg des Herrn. Mit dankbarem Herzen wünsche ich euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel Gesundheit und Frieden im neuen Jahr. Mit dankbarem Herzen sage ich ein ganz herzliches “Vergelt’s Gott.”

Ich nehme die Gelegenheit wahr, um euch mitzuteilen, dass im Kongo fast alle in Ruhe und Frieden leben können. Dazu muss natürlich jeder das Seine beitragen. In unserer Pfarre wirken immer noch 4 Priester. Während der Adventszeit besuchen sie alle Kapellen der Pfarre. Viele Wege müssen sie zu Fuß zurücklegen. Im zu Ende gehenden Jahr wurden zahleiche Jugendliche getauft und gleichzeitig gefirmt. Trotz mancher Schwierigkeiten und den Problemen mit den Sekten, wächst der Glauben.

Augenblicklich besuchen rund 900 Grundschüler und 700 Sekundarschüler unsere Schule. Die Eltern müssen Schulgeld bezahlen. In unserem Internat leben auch 80 Schüler. Vor drei Wochen ist einer von ihnen im Krankenhaus von Bukavu gestorben. Dieses traurige Ereignis brachte viel Leid und Sorgen mit sich, sieben unserer Schüler sind geflüchtet ohne sich abzumelden. Zur Beerdigung sind sieben kleine Busse mit Mitschülern dorthin gefahren, um Abschied von ihrem Kameraden zu nehmen.

Gegenwärtig leben wir hier zu drei Brüdern. In Burundi, unserem Nachbarland, herrschen große Unruhen, wegen der 3. Amtszeit des Präsidenten. Es besteht die Gefahr, dass immer mehr Flüchtlinge über die Grenze zu uns kommen und auch hier für Unruhe sorgen.

Ein großer Teil des gespendeten Geldes wurde für die Reparaturen von Bänken, Stühlen und vieles mehr, dringend gebraucht.

Nochmals herzlichen Dank für eure Unterstützung und aufopferungsvolle Arbeit für die Missionen. So verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

 Bruder Willy Felten


Bobo, den 22. Januar 2016

Liebe Missionsfreunde,

in der letzten Zeit war ich etwas schreibfaul. Die Geldüberweisungen aus Brüssel nach Bobo sind häufig sehr unregelmäßig. Ich werde überprüfen welche Spenden hier eingetroffen sind, die Mitteilungen erhalte ich häufig per E-Mail und wenn ich sie nicht ausdrucke vergesse ich sie. Aber ich kann euch versichern, dass alles hier eintrifft. Zunächst en großes Dankeschön an Herrn Lentz und an die Pfarre Aldringen.

Im Noviziat sind wir 4 Lehrer und 18 Novizen. Alles geht augenblicklich sehr ruhig vonstatten. Aber es ist nicht immer leicht den Jugendlichen zu helfen ihr Leben zu entdecken. Betet für uns und für Burkina Fasso, dass trotz freier Wahlen, noch so viele Schwierigkeiten hat.

 Pater Antoon de Rijk verstorben
(Ausschnitte aus einem Bericht von Pater Luis Corral)

Pater Antoon De Rijk wurde am 23. Februar 1923 in Amsterdam geboren. Er begann sein Noviziat bei den Steyler Patern am 12. September 1942. Am 17. August 1947 empfing er die Priesterweihe in Teteringen. Von 1948 bis 1951 studierte er Theologie in Rom. Danach unterrichtete er drei Jahre Moral und Philosophie im Priesterseminar der Steyler in Teteringen. Ab Oktober 1956 arbeitete er, als Lehrer im Priesterseminar in Catamarca/Argentinien, wo er auch geistlicher Begleiter der Priesteramt Kandidaten war. 1962 wurde er in die Niederlande zurückgerufen, um dort als Lehrer für Moral und Präfekt der Steyler Theologiestudenten zu werden. 1968 ging es zurück nach Argentinien, wo er Buenos Aires im Priesterseminar unterrichtete.

1972 wurde er erneut nach Europa zurückgerufen und wurde von August 1973 bis Oktober 1975 Pfarrer von Büllingen. Anschließend ging es erneut nach Argentinien, wo er als Priester, Missionar und Theologe in Buenos Aires tätig war. Von 1981 bis 1986 war er zusätzlich Vizeprovinzial und Präfekt der Steyler Studenten vor Ort.

Pater De Rijk war sehr beliebt: er konnte sein Wissen und seine Überzeugungen sehr gut vermitteln. Er war immer sehr offen und konnte sich auf neue Situationen einstellen. Er war ein großer Kunstkenner und Musikliebhaber. Er liebte Blumen und die Schönheit der Natur. Er war ein Mann des Gebetes und ein guter Freund seiner Mitbrüder, diskret und leise gab er Zeugnis von Jesus.

Seit April 2010 lebte er im Seniorenheim in Rafel Calzada. Im August 2015 entdeckte man eine Krebserkrankung bei ihm. Am 28. Dezember 2015 kehrte im Alter von 92 Jahren heim zu seinem Vater im Himmel.

                       
Missionsfreunde: Bilanz 2015

 EINNAHMEN 2015

  • Spenden Entwicklungshilfe                                    18 996,67 €
  • Spenden für bestimmte Missionare                        51 650,00 €
  • Umschlagkollekte                                                   10 289,97 €
  • Paketporto                                                               1 646,00 €
  • Gesamteinnahmen 2015                                        82 582,64 €
  • Überschuss 2014                                                    19 108,73 €
  • Insgesamt:                                                           101 691,37 €

 

AUSGABEN 2015

  • Geldspenden an unsere Missionare                        66 830,00 €
  • Paketporto                                                                1 776,99 €
  • Bürounkosten                                                              101,20 €
  • Sonstiges                                                                      59,90 €
  • Gesamtausgaben 2015                                           68 767,69 €
  • Überschuss 2015                                                     32 923,68 €           

Im Januar 2016 wurden vom Überschuss jeweils 2 000,00 € an Bruder Willy Felten, Pater Leo Pauels, Schwester Cecilia Hansen, Pater Helmut Renard, Schwester Monique George, Bruder Luis Kaut, Pater Richard Backes, Pater Marc De Vos, Pater Josef Feyen und Pater Alex Goffinet gespendet.

ADRESSEN UNSERER MISSIONARINNEN UND MISSIONARE IN DER FERNE

Frei Richard BACKES                                                        Pater Helmut RENARD

Caixa Postal 211                                                               Anudando

Kapeta - MALANGE                                                        Robles E 4-173 y Leon Mera

ANGOLA                                                                             Quito / ECUADOR

Handy: 244 946665654                        E-Mail: helmutrenard@hotmail.com

E-Mail: richardbackes@yahoo.com.br  

              anudandomujeres@gmail.com         

Schwester Monique GEORGE                                     Bruder Luis Kaut

Soeurs de la Charité / Limete                                     Paroquia de Santo Antonio

Ervico B.P. 7245 Kinshasa 642                                               Rua Visconte do Rio Dranco

Republique du CONGO                                                 68 200 000 Alenquier PA

E-Mail : bandunduemy@gmail.de                             BRASIL

 

Pater Joseph FEYEN                                                        Pater Leo PAUELS

Deokjin-gu Hoseosong-dong1Ga718                                   21 B.P. 1555

LG-Donga Apt. 108/205                                                Abidjan 21 / Côte d’Ivoire

561-7887 Jeonju City / South Korea                    E-Mail: leopauels@yahoo.fr

 

Schwester Cecilia HANSEN                                         Pater Marc DE VOS

Rua Sao Benedito 2.146                                               Année spirituelle Missionaires

04735-004 Santo Amaro                                              d’Afrique Samagan 01 BP 442

Sao Paulo S.P.                                                                   Bobo Dioulasso 01

BRASIL                                                                                Burkina Fasso

E-Mail: cecihansen@ssps.org.br        E-Mail: marcpierre.devos@gmail.com

                                                                                 

Bruder Willy FELTEN                                                      Pater Alex Goffinet        

Frères Maristes                                                  Missionaires d‘ Afrique

B.P. 97 Butare                                                                  B.P. 284 Limete Kinshasa

RUANDA                                                                Republique du CONGO

                                                                                  E-Mail: alexgoffinet@yahoo.fr

ADRESSEN UNSERER MISSIONARINNEN UND MISSIONARE IN DER HEIMAT

SchwesterMarianne JUNGBLUTH                             Inge & Leo KAUT 

Marktplatz 1                                                                     Conciencelaan 26

4700 Eupen                                                                      3191 Boortmeerbeek

E-Mail : sr.marianne@franziskanerinnen-eupen.be

                                               Schwester Rita GEORGE

                                               Soeurs de la Charité

                                               Rue du Belvédère 75  5000 Namur

VERANTWORTLICHER FÜR INHALT UND GESTALTUNG:

Walter PETERGES, Warchestraße 27, 4750 Nidrum, Tel.: 00 32 (0)80 444 640, E-Mail: wj.peterges.@gmail.com, wajo.peterges@hotmail.com 


                        NEUES AUS DER KIRCHE DER D.G.

              Neuer Pfarrverwalter für Herbesthal - Lontzen

    (Auszüge aus einem Bericht von Lothar Klinges im Grenzecho vom 9.10.2015)

Am Sonntag, dem 11. Oktober 2015 wurde Pater Johannes Batenderana aus Belunga (Nord - Kivu/Ost Kongo) als neuer Pfarrverwalter für die Pfarren Lontzen und Herbesthal in der Kirche Herbesthal in sein neues Amt eingeführt. Im September besuchter er nach 4 Jahren erstmals wieder seine Familie in der Stadt Goma im Nord - Kivu. „Die soziale und politische Lage in meiner Heimat und vor allem im Osten des Kongo ist sehr schwierig. Frauen und Kinder leiden am meisten unter der schrecklichen Situation, die durch Rebellengruppen verursacht wird, “ erzählt der künftige Pfarrer. Der 51-jährige kontaktfreudige Priester wurde im Mai 2015 von Bischof Delville zum Nachfolger von Pastor Johann Aachen berufen. Mittelfristig soll der gebürtige Kongolese, der seit 1987 dem Karmelorden angehört, den gesamten Pfarrverband Lontzen leiten. „Ich freue mich, dass der Bischof mir das Vertrauen schenkt, eine Pfarre zu leiten.“ Mit gemischten Gefühlen blickt Bruder Johannes auf seine neue Aufgabe. die bisherige Erfahrung als Kaplan in den Pfarrverbänden Büllingen und Bütgenbach ermutigen ihn aber jetzt etwas Neues zu wagen. Ein Gefühl der Angst bleibt. „Ich weiß nicht, was im Aufbau der Pfarre Lontzen auf mich zukommt“, sagte der Pater. Die gute Zusammenarbeit mit Pastor Francois Palm, der ihn in die neue Aufgabe einführen wird und von Dechant Helmut Schmitz stimmen ihn jedoch sehr zuversichtlich und erwartungsfroh. „Mit Gottes Gnade werde ich versuchen dem neuen Auftrag gerecht zu werden“, blickt der Pater mit Gelassenheit in die Zukunft. „Meine große Freude wird darin liegen, mit den Menschen, die mir in der Seelsorge und überhaupt im Leben begegnen werden, den Weg in der Nachfolge Jesu zu gehen.“

                           Hilfe zur Selbsthilfe im Süd-Kivu

(Auszüge aus einem Bericht von Gerd Hennen im Grenzecho vom 9. Oktober 2015)   

Flüchtlingsschicksale sind derzeit das bestimmende Thema in den Medien. Experten schätzen, dass mehr als 60 Millionen Menschen vor Hunger, Kriegen und Elend auf der Flucht sind. Diese Bilder beherrschen auch den Alltag in der Provinz Süd-Kivu im Osten des Kongo. Die Lage in diesem Gebiet scheint sich aber nach und nach zu stabilisieren, sodass lokale Hilfsorganisationen einen Neubeginn wagen, um den Menschen neue Perspektiven zu eröffnen. Einer der Helfer vor Ort ist Theodore Ntabala Ndege, der mit seiner VoG „Amis de la paix pour le développement indigène“ seit 2 Jahren versucht die akuten Probleme vor Ort zu lindern. Bei einem Besuch bei Pfarrer Batty Hack in Oudler stellte er sein Projekt vor, das darauf abzielt, die Region zu befrieden und die einheimischen zur Hilfe durch Selbsthilfe zu motivieren. Das was Europa augenblicklich mit den Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Eritrea und Libyen erlebt, kennen wir in Afrika bereits seit Jahrzehnten. Die Staaten versinken durch Bürgerkriege und Gräueltaten im Chaos. In diesen Gebieten zu leben bedeutet zu sterben oder zu fliehen, eine dritte Alternative gibt es nicht, “ skizziert der Soziologe aus Zentralafrika die Lage. Nach zwei Jahren Arbeit kann man erste Früchte erkennen, welche die Verantwortlichen motivieren weiterzumachen. „Unser Ziel ist es, den Menschen und vor allem den Kindern und Jugendlichen das Lächeln und die Lebensfreude zurückzugeben.“     

Im Süd-Kivu leben rund 4,6 Millionen Menschen. Das Projekt ist derzeit auf 17 Ortschaften rund um das Zentrum Bukavu begrenzt. Durch Krieg und die unbeschreiblichen Grausamkeiten, denen die Menschen jahrelang ausgesetzt waren, sind viele von ihnen total traumatisiert. Ziel der VoG ist es demnach, der Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten ihr Leben erneut selbst in die Hand zu nehmen und eine gewisse Würde zurückzugewinnen. Begonnen hat Theodore Ndege mit der Einschulung von Kindern von alleinstehenden Müttern. „Nur über die Bildung und Ausbildung können wir Perspektiven für die Jugend schaffen. Daher ist es unabdingbar, jedem Kind den Schulbesuch zu ermöglichen.“

Parallel dazu hat die VoG ein Schweinezucht - Projekt ins Leben gerufen. Dadurch können Familien kurz- und mittelfristig wirtschaftlich auf die Beine kommen. „Wir haben 40 Familien mit jeweils einer Sau versorgt. Es bleiben noch zirka 300 Familien auf der Warteliste, damit wir dieses Projekt abschließen können.“ Ein weiteres Ziel ist die Schaffung eines Gemeinschaftsgartens pro Dorf. Pfarrer Batty unterstützt dieses Projekt und ist bereit weitere Auskünfte zu erteilen.

            Belgien hat einen neuen Erzbischof: Bischof Jozef De Kesel

(Auszüge aus einem Bericht von Gerd Zeimers und Patrick Bilstein im Grenzecho vom 7. November 2015)

Gestern gab Erzbischof Leonard den Namen seines Nachfolgers, als Erzbischof im Bistum Brüssel/Mecheln und Primus von Belgien bekannt.

Jozef De Kesel wurde am 17. Juni 1947 in Adegem/Ostflandern geboren.  1972 wurde er zum Priester geweiht. Am 25. Juni 2010 wurde er zum Bischof von Brügge berufen. De Kesel gilt als diskret, intellektuell, vorsichtig und gehört nicht zu denen, die eine Revolution in der katholischen Kirche herbeiführen wollen, aber der neue Erzbischof ist auch ein progressiv denkender Mensch, der durchaus Einfluss auf die Kirche von morgen auszuüben vermag. Gestern sprach er für einen angeblichen vorsichtigen Mann erstaunlich überdeutliche Worte zu Homosexualität, Homo-Ehen und alternative Familienformen.

„Uns ist sicherlich noch allen die Aussage von Leonard bekannt: Homosexualität ist eine Krankheit!“ in Erinnerung. (W.P.)

Hier dazu die Meinung des „Neuen „zum Thema Homosexualität:

„Ich habe Respekt und Ehrerbietung für homosexuelle Menschen, für ihre sexuelle Geartetheit. Die Kirche hat ihre Gründe, um das keine Ehe zu nennen; sie hat eine bestimmte Definition von der Ehe. Das akzeptiere ich, aber das verhindert nicht, dass es andere Formen von Beziehungen gibt. Respekt vor einer Person, wer und wie sie auch ist, ist nicht nur ein großer Wert des Christentums, sondern auch der modernen Kultur. Ich bin nicht einverstanden mit allem, was die moderne Kultur vorschreibt, aber der Respekt vor der Person eines anderen Menschen, gleich welche Überzeugung er hat und wie er geartet ist, ist ein Wert, den das Evangelium mit der modernen Kultur teilt.“

Der Zweifler

Als er sich der Presse vorstellte, beschrieb De Kesel sich selbst als „Zweifler“. „Aber, wenn man zweifelt, hat man einen großen Vorteil: man fragt um Rat. Es ist gar nicht so schlecht, wenn man manchmal zweifelt. Auch Selbstsicherheit kann ein großes Problem sein: wenn man stets weiß, dass man selbst immer die Lösung für alle Probleme hat.“

Religion:

„Die große Frage lautet: Welche ist die Position der Religion in der heutigen Gesellschaft? Diese Frage teilen wir mit dem Islam. Ich bin überzeugt, dass die Trennung von Kirche und Staat notwendig ist, dass der Staat neutral sein muss. Aber die Gesellschaft ist nicht neutral. In der Gesellschaft ist die Religion, das Christentum, der Islam präsent. Und das ist die große Herausforderung: Welche ist die Bedeutung der Religion in einer säkularen Gesellschaft?“

Zum Schluss noch einige Aussagen von Dechant Helmut Schmitz:

Linie des neuen Erzbischofs:

„Es ist eine Linie, die vor allem den Menschen in den Mittelpunkt stellt und versucht die Botschaft des Evangeliums auf den Menschen von heute anzupassen.“

Gibt es ewig Gestrige?

„Es gibt Bischöfe, die eher in einer Doktrin verhaftet und weltfremd sind und in einem Elfenbeinturm leben. Die anderen sind eher die Hirten, die an der Basis, in Pfarren gewesen sind. Leonard war einer, der in einem Elfenbeinturm lebte.“

Kesel gehörte zu den Favoriten auf die Nachfolge Leonards. Wie wird man Favorit?

„Es ist jemand, der bei den Menschen gut ankommt und eine gesunde Mischung aus Intelligenz und Hirtensorge hat, der durch gute Stellungnahmen aufgefallen ist.“

De Kesel gilt als starker, intellektueller Theologe. Inwiefern ist das von Vorteil?

„In der heutigen Zeit kommt es immer mehr darauf an den Dialog mit Anders- und Nichtgläubigen zu suchen. Da ist es wichtig, dass jemand klare theologische Positionen hat.“

Kann eine Person wie Jozef De Kesel leere Kirchen füllen?

 „Man darf den Effekt nicht überschätzen. Das Gleiche habe ich auch bei der Wahl von Papst Franziskus gesagt. Ein guter Papst macht noch lange keine Revolution aus. De Kesel wird auch nicht die Kirchen füllen können. Da sind andere Tendenzen und Einflüsse maßgebend. Er wird aber auf jeden Fall ein guter Vertreter der katholischen Kirche sein.

Im Vorfeld des Wechsels an der Spitze der belgischen Kirche war zu lesen, dass der Bischofskonferenz der Teamgeist abhandengekommen ist. Wird es jetzt wieder besser?

„Leonard hat die Bischofskonferenz sehr polarisiert, weil er ganz eigene Positionen hatte und kein Teamplayer war. Leonard ist ein Einzelkämpfer. De Kesel ist teamfähig und wird Teamgeist in die Konferenz bringen. Leonard hat manche Statements abgegeben, von denen die Bischöfe nichts wussten. Das wird bei De Kesel nicht der Fall sein. Er wird sich mit den anderen absprechen.“

                                               Neues von Angelika Hoffmann

                                          (Bericht von Griseldis Cormann im Grenzecho)

Angelika lebt nun bereits seit vier Jahren in Haiti. Die Bornerin kann sich nicht vorstellen nach Ostbelgien zurückzukehren. Die gelernte Krankenschwester verbrachte vor kurzem ihren Urlaub in Born. Dabei berichtete sie über die Krankenpflegeschule und ihre eigenen Zukunftsperspektiven. Ihre offizielle Karriereunterbrechung läuft im März 2016 aus, aber es steht jetzt bereits fest, dass sie nicht nach Belgien zurückkehren wird. Die von ihr geleitete Krankenpflegeschule im Nordosten Haitis liegt ihr sehr am Herzen. „Ich möchte solange bleiben, bis alles reibungslos läuft“ erklärt Angelika mit Blick auf die Ausbildungsfinanzierung, die verpflichtenden Praktikumsstunden in den umliegenden Krankenhäusern und die Anfragen in anderen Regionen Haitis. Die Ausbildung der 19- bis 28-jährigen kostet jährlich rund 700 €. „Im gegenwärtigen akademischen Jahr haben 75 Studenten die Aufnahmeprüfung erfolgreich bestanden und ihr erstes Jahr beginnen können“, freut sich die Bornerin. Akuter, als die Finanzierung stellt sich die Situation der Praktikumsstunden im Krankenhaus von Fort-Liberté dar. In jeder vom Staat anerkannten Schule sind praktische Stunden verpflichtend. Kurz gesagt: „Es gibt zu wenige Patienten, da die große Mehrheit der Bevölkerung sich die Behandlung in einem Krankenhaus überhaupt nicht leisten kann; ich sehe meine Studentinnen häufig vor der Tür sitzen und nicht praktizieren. Zudem mangelt es ständig an notwendigen Materialien, Medikamenten und Ärzten!“

Angelika und ihre Mitarbeiter haben sich auf die Suche nach anderen Krankenhäusern gemacht. Augenblicklich fahren viele Studentinnen in ein 30 Minuten entfernt liegendes Krankenhaus. Weiter Kliniken, die bereit sind mit ihnen zusammenzuarbeiten, liegen eine Stunde und mehr entfernt. Um den Transport dorthin zu ermöglichen wünscht Angelika sich einen Minibus. „Meine Träume sind sehr konkret. Wir spielen im Moment mit dem Gedanken eine kleine Klinik in unserer Nähe zu errichten. Ich hoffe, dass der Traum Wirklichkeit wird“, so Hoffmann über ihr Steckenpferd.

Dank zahlreicher Spendenaus Ostbelgien und des Instituts „Don Bosco“ aus Verviers konnten wir mehrere Schulgebäude errichten: Eine Primar-, eine Mittel- und eine Landwirtschaftliche Schule. Im Umfeld der Landwirtschaftsschule wir noch vieles mit der Hand erledigt. So werden die Gräben zum Verlegen der Rohre zwischen einer Bewässerungsanlage und zwei Brunnen mit Hacke und Schaufel gegraben. Ein weiterer Wunsch von Angelika wäre die Anschaffung eines Traktors und eines Pflugs. Ein großes Problem in Haiti ist der fehlende Regen. 2015 reichte das Wasser der Anlage nicht aus. Bei Trockenheit kann kein Gemüse angebaut werden. Das bedeutet, dass auf Ziegenzucht umgeschaltet werden musste, also mussten die Studenten sehr flexibel mit ihren Mikrokrediten umgehen.

Ziel von Angelika Hoffmann und ihren belgischen Unterstützern Karl-Heinz Bodarwé aus Weywertz und Albert Desenfant aus Elsenborn, ist es die Lebensbedingungen der Menschen auf Haiti zu verbessern. „Vieles muss importiert werden, einfache Schrauben findet man in Fort-Liberté nicht in großen Mengen“ so Desenfant und Bodarwé. Beide haben sich um das Einsammeln und das Beladen eines Containers mit überzähligen Schulbänken und Materialien der Bütgenbacher, Elsenborner und Ameler Schulen gekümmert. Die Container sind mittlerweile wohlbehalten vor Ort eingetroffen. Über ihr Engagement hinaus sieht Angelika Hoffmann sehr positive Entwicklungen im Land: „Im Straßenbau ist viel getan worden. Früher mussten wir für unsere Fahrten sehr viel Zeit einplanen.“ Darauf aufbauend und in die Zukunft gerichtet erklärt Hoffmann weiter: „Wir wollen mit unseren Kontakten und unserem Wissen helfen.“

In diesem Zusammenhang lebt auch ihr größter Traum. Wenn den Eltern das Geld für die Schule fehlt, können die Kinder die Schule nicht besuchen. In Anbetracht der wirtschaftlichen Lage im Lande, fehlt vielen Eltern das Geld für ihren Nachwuchs. Angelika hofft sehnlichst, dass in nicht allzu ferner Zukunft alle Kinder in Haiti die Schule besuchen und somit eine Ausbildung starten können. Augenblicklich können Dank Schulpatenschaften in Belgien 148 Kinder die Schule besuchen.

 

Echos aus den Missionen 2016 im pdf-format

  Umfangreiche Fotogalerien zu den Missionarinnen und Missionaren aus dem Dekanat Eifel

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